20.12.2006

Veruntreuungsskandal bei der Bank Leumi kommt vor Gericht

Einer der grössten Betrugsfälle im Schweizer Bankenwesen kommt sechs Jahre nach dem Auffliegen vor Gericht. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen einen ehemaligen Direktor der Bank Leumi und sechs weitere Personen Anklage erhoben. Dies berichtet der schweizer Tages-Anzeiger in seiner Online-Ausgabe.

Hauptangeklagter ist der langjährige Leiter des Private Bankings der Zürcher Niederlassung der israelischen Bankgengruppe Leumi. Der Anklage laute auf schwerwiegende Vermögensdelikte wie Betrug, Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung.

Die Affäre war 2001 aufgeflogen. Zunächst war von einer Veruntreung von Kundengeldern in Höhe von 22 Mio. Fr. die Rede. Ein Direktor und drei weitere Angestellte wurden wegen "unethischen Verhaltens" fristlos entlassen. Der langjährige Direktor musste in Untersuchungshaft, ebenso wie zwei Verwaltungsräte der Vermögensverwalterin Allfinanz Zentrum, über die offenbar einige Deals abgewickelt wurden. Danach wurde die geschätzte Schadensumme auf 160 bis 300 Mio. Fr. erhöht.

Die Bank Leumi erhob ihrerseits gegen Imfeld eine Schadensersatzklage. Er soll laut damaligen Angaben mit illegalen und nicht autorisierten Transaktionen von rund 50 Kunden und Personen aus seinem Bekanntenkreis über 200 Millionen Franken veruntreut haben. Die Affäre hat auch deshalb weitere Kreise gezogen, weil Kundendaten bekannt wurden.


Quelle: Tages-Anzeiger Online, 04.12.2006
Link: http://www.tagesanzeiger.ch/

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