12.10.2008

Kapitalanlagebetrug - Staatsanwaltschaft und LKA vollstrecken Durchsuchungsbeschlüsse in Hamburg, Jesteburg und der Schweiz

Beamte des Landeskriminalamtes Hamburg (Fachkommissariat Organisierte Wirtschaftskriminalität) haben in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Hamburg vier Durchsuchungsbeschlüsse wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen und gewerbsmäßigen Untreue in Zusammenhang mit Kapitalanlagen vollstreckt.

Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen einen 59-jährigen Mann sowie dessen Ehefrau (55), die als Anlageberater und Verantwortliche einer Finanzdienstleistungsgesellschaft tätig sind. Sie stehen im Verdacht, Gelder zahlreicher Kapitalanleger gemeinschaftlich und gewerbsmäßig veruntreut zu haben. Nach bisherigen Erkenntnissen veranlassten sie Anleger in den Jahren von 1998 bis 2004 dazu, im In- und Ausland insgesamt ca. 5,5 Millionen DM/Euro in Unternehmensbeteiligungen und anderen Kapitalanlagen zu investieren. Die Gelder wurden anschließend über eine Investmentgesellschaft an ein Anlagesystem in der Schweiz weitergeleitet, weil dort angeblich sehr hohe Renditen zu erzielen waren. Über mehrere Jahre ließen sich die Tatverdächtigen von einem Investment-Unternehmen mehr als sieben Millionen DM/Euro zurückzahlen und leiteten diese Gelder zum größten Teil auf eigene Konten weiter. An die Anleger selbst flossen nur wenig Gelder zurück. Ende 2004 brach das Anlagesystem in der Schweiz zusammen. Gegen die Verantwortlichen ermitteln die Schweizer Behörden.

23 Beamte von LKA und Staatsanwaltschaft durchsuchten Wohn- und Geschäftsräume der Tatverdächtigen in Hamburg und Jesteburg sowie mit Unterstützung der Bundespolizei Bern eine Wohnung in Liestal (Schweiz). Dabei wurden umfangreiche Unterlagen und mehrere Computer sichergestellt. Die Beschuldigten machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Ermittlungen, insbesondere die Auswertung der Beweismittel, dauern an.

Quelle: Polizei Hamburg - PM vom 24.9.2008, 23.09.2008
Link: http://www.polizei.hamburg.de

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