10.05.2007

Vermittler einer Geldanlage muss haften

Erleichtert zeigte sich die klagenden Anlegerin, welcher das Landgericht Zwickau den Ersatz des Schadens zugesprochen hatte, der ihr durch den Erwerb einer Securenta-Beteiligung entstanden war. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig, denn die Prozessbevollmächtigten des beklagten Vermittlers nahmen ihre Berufung zum Oberlandesgericht Dresden zurück, nachdem dieses mitteilte, dass das Rechtsmittel keinen Erfolg haben wird.

Die Klägerin hatte auf Anraten der Beklagten, einer ihr persönlich bekannten Anlagevermittlerin, Geld in eine Securenta-Beteiligung investiert. Hierbei handelt es sich im Kern um eine Unternehmensbeteiligung. Diese sog. stille Beteiligung ist mit dem Risiko des Totalverlustes verbunden, unter Umständen kann sogar eine Nachschusspflicht entstehen. Diese Art der Kapitalanlage war für die Zwecke der klagenden Anlegerin nicht geeignet, denn sie wünschte ausdrücklich eine sichere und rentable Geldanlage, die auch der Altersvorsorge dienen sollte.
Von den Besonderheiten der Anlageform erhielt die Anlegerin erst Kenntnis, als sie in einer finanziellen Notlage auf die Geldanlage zurückgreifen wollte. Nachdem sich diese als nicht mehr werthaltig erwies und die Securenta Zahlungen verweigerte, verklagte sie die Anlagevermittlerin auf Schadensersatz.

Das Landgericht Zwickau gab ihr Recht und verurteilte die Vermittlerin der Geldanlage dazu, der Anlegerin ihre Investition in Höhe von insgesamt 5.878,58 €, resultierend aus einer Einmalzahlung von 6.300,- DM und monatlichen Raten zu je DM 150,-, zu erstatten, wobei die Anlegerin der Vermittlerin die Unternehmensbeteiligung abzutreten hat.
Auch ohne ausdrückliche Absprache sei durch die Beratung ein Anlagevermittlungsvertrag zustande gekommen. Die Anlegerin habe auf die vermeintliche besondere berufliche Sachkunde der Vermittlerin Wert gelegt und ersichtlich auf deren Auskünfte in den Gesprächen vertraut. Dies gehe über ein bloße Gefälligkeit hinaus. Die beklagte Anlagevermittlerin habe ihre Pflichten aus diesem Vertrag verletzt. Ihre Beratung sei fehlerhaft, weil sie u. a. über das Risiko des Totalverlustes und die Funktionsweise der Beteiligung nicht informiert habe. Nach der Lebenserfahrung könne davon ausgegangen werden, dass die Anlegerin – so sie richtig informiert worden wäre - ihr Ersparnisse nicht auf diese Weise angelegt hätte.

Quelle: Landgericht Zwickau - PM, 14.02.2006
Aktenzeichen: 7 O 1256/06
Link: http://www.justiz.sachsen.de/gerichte/homepages/lgz/

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